Verein des Jahres 2012
| El Makarem de Mahdia | ||
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| Voller Name: | El Makarem de Mahdia | |
| Gegründet: | 21. Saison | |
| Link: | [1] | |
| Trainer: | Don Hernàn | |
| Nat. Titel: | 1 | |
| Int. Titel: | 2 | |
| Liga: | Nationale A | |
| 35. Saison | 3. Rang | |
Hä? Das Unwissen über die schmucke Küstenstadt
Als sich in der 21. Copasaison die tunesische zweite Liga eines regen Zuspruches erfreuen konnte, brach das Fussballfieber auch in Mahdia aus. Vornehmlich Kamelrennen und Hochseefischerei standen an Tunesiens schmucker Küste bis dahin hoch im Kurs. Als sich dann mit Sid Stock ein veritabler Neuling als Trainer des kleinen Vereins verpflichten liess, änderte sich dies schlagartig. König Fussball regierte von nun an auch in Mahdia! Der Zuspruch der Fans war in der ersten Saison noch relativ mau. Kaum mehr als ein paar Attention-Whores waren bei den Spielen zugegen. Schliesslich galt es als nicht besonders schick, sich an Rande von sattem Grün mit Bier zuzuschütten, statt in der Hitze durch die engen Gassen Mahdias zu flanieren und sich in Teehäusern dem Kartenspiel hinzugeben.
Saison 21: Wie Phoenix aus der Asche
Was sich manch Spielerfrau oder sorgsame Mutter nur in den kühnsten Träumen ausmalte, wurde aufgrund des illustren Fanzirkels tatsächlich auf Anhieb Realität! Von den Gegnern belächelt, vom Publikum beflügelt; das Fundament zum Aufstieg mit überragendem Vorsprung war gelegt. Mit spektakulärem Fussball spielte sich El Makarem de Mahdia regelmässig in einen Rausch, welchem die Gegner wenig bis nichts entgegenzusetzen hatten. Manch Gegner des tunesischen Hinterlands, welcher vornehmlich auf staubtrockenen Äckern das Fussballspiel gelernt hatte, war überfordert vom grünen, aber dennoch holprigen, Rasen in Mahdia. Sid Stock wurde überschwänglich gefeiert und schliesslich mit einem 4-Jahres Vertrag ausgestattet.
Saison 22: Die Konsolidierungsphase
In der ersten Saison in Tunesiens Nationale A konnten die Hoffnungen nichts vollends erfüllt werden. Ein solider 7. Platz im sicheren Mittelfeld resultiere und El Makarem war nun endgültig im Konzert der grossen Mannschaften angekommen. Während das Gekicke immer lustloser wurde, schwanden auch die zahlreichen frenetischen Anhänger des Klubs. Aufgrund des unsteten Saisonverlaufs entschlossen sich die Vereinsverantwortlichen erstmals, mit der launischen Koryphäe Don Hernan in Kontakt zu treten. Zu mehr als feucht-fröhlichen Gesprächen kam es jedoch nicht, da der Don seine Tage lieber mit süssem Dolce-far-niente in seiner zentralamerikanischen Heimat zubrachte. Das Interesse des Vereins war jedoch ungebrochen und so wurde Don Hernan erstmals mit einem Vertrag als Scout von Nachwuchstalenten in Lateinamerika ausgestattet.
Saison 23 bis: Die grosse Ungewissheit
Nach sportlichen und finanziellen Turbulenzen verschwand El Makarem in den folgenden Saisons in der Versenkung. Eine genaue Rekonstruierung ist trotz eingehender Interviews mit treuen Supportern nicht mehr möglich. Verdrängung stand klar im Mittelpunkt womit sich der Erfolg Mahdias so schnell verflüchtigen sollte wie er gekommen war. Die Geschichte einer typischen Eintagsfliege schien perfekt. Auch am Trainerstuhl wurde stetig gesägt. Unter mysteriösen Umständen verschwand Sid Stock von der Bildfläche und ward nie mehr gesehen. Auch die erschreckend kurzen Gastspiele von Van Heesen und dem Haudegen Carsten Ramelow II, brachten kaum Verbesserungen. Don Hernan wurde mitunter für die Misere verantwortlich gemacht, da seine "aufstrebenen Stars" vor allem durch nächtliche Ausritte in die Wüste oder das Anzetteln von Bro-fights von sich reden machten.
Saison 31: Der Überraschungscoup
Die Verantwortlichen des Klubs im schmucken Küstenstädtchen schienen ob ihrer unsäglichen Verzweiflung, einen valablen Übungsleiter zu finden, zu krepieren. Ihren letzten Funken Hoffnung setzten sie dennoch auf den streitbaren Copatador im Ruhestand, Don Hernàn. Nach einer neuerlichen Visite in Tunesien, wobei ihm vor allem die Teehäuser und die heissblütigen Fans imponierten, entschloss sich Don Hernàn kurzum seine Zelte in Mahdia auf zu schlagen. Ein Vertrag bis zum Saisonende sollte dieses fragwürdige Experiment relativieren. Die Verantwortlichen des Klubs waren sich schliesslich im Klaren, was für eine Diva sie nun verpflichten würden, kannten sich doch die unorthodoxen Methoden des ehemaligen Scouts.
Als sich El Makarem dann völlig überraschend in der vorderen Tabellenhälfte festbeissen und fürs internationale Geschäft qualifizieren konnte, wurde Don Hernàn tagelang (und auch während manch ausschweifender Nacht; sic!) als Held gefeiert. Das Vereinslokal trägt seither den Namen "Don´s Place", was den egozentrischen Übungsleiter in höchstem Masse auch nach den vielen Saisons jeden Tag aufs Neue erfreut. Manch durchzechte Nacht nach gewonnen internationalen Schlachten wurde hier gefeiert. Die Wände sind mittlerweile vollgeklebt mit Erinnerungsfotos. Manch eine zeigen den Don in streitbarer Pose. So z.B. der Don, welcher Carlos Finisterre einen Nica Libre in den Nacken schüttet; Don, welcher Jack Pott Begleiterin eine rosa Krawatte umbindet (streitbar deshalb, weil Jack Pott im Hintergrund mit einem Barhocker in den Händen auf Don Hernan zurennt; A.d.R.).
Kult ist trotz allem das Photo direkt über dem Zapfhahn: Don Hernan mit offenem Hemd und aufreizender Kubanerin im Arm, welche ihm Rubio Deus zur Distraktion vor einem Freundschaftsspiel anvertraut hatte. Gut für Deus: Er konnte das Freundschaftsspiel 1:4 gewinnen. Schlecht für Deus: Er ist nun Schwager 2. Grades des kapriziösen Dons.
Saison 32 – 33: Mahdias Affinität zum internationalen Geschäft
Diese Sympathiebekundungen liessen Don Hernàn und seinen Mannen wahrlich Flügel wachsen. Nach desolatem Auftakt reihte die entfesselnd aufspielende Mannschaft Sieg an Sieg. Mit dem Sieg im Confederation Cup (von weniger erfolgreichen Copatadores abschätzig auch als Confetti Cup verunglimpft; A.d.R.) schien der Höhepunkt der Vereinsgeschichte erreicht. Aufgrund der strapaziösen Auflüge durch ganz Afrika reichte die Kraft nicht für die heimische, ungemein starke tunesische Liga. Unter ferner Liefen klassierte man sich auf Rang 11, konnte jedoch als Titelhalter einer afrikanischen Krone in Saison 33 in der CAF Champions League starten.
Auch hier sorgte Don Hernàn für Furore. Auf Anhieb konnte sich El Makarem de Mahdia auch diese Trophäe sichern. Gemeinhin schon als Mr. International betitelt, etablierte sich der Dorfklub aus Mahida als Global Player im Copa Universum. Unter anderem krönte man in Saison 33 die Copa-Weltrangliste. Ohne die intensiven Trainings und unzähligen Belehrungen des kosmopoliten Trainers wäre solch eine Leistung kaum zu erreichen gewesen. "Don Hernan y El Makarem de Mahdia - Amor a primera vista!" So titelten die Gazetten in der zentralamerikanischen Heimat. Die Fangemeinde wuchs nun auch jenseits des Atlantiks, und so pflegt Don Hernan seither während jeder Saisonpause ein kleines Trainingslager an der herben Küste Nicaraguas zu veranstalten. Das Kurzpassspiel und das Jonglieren mit Bällen wird dabei in der Regel am Intensivsten geübt. Wie sich zeigte, liessen sich diese vielschichtigen Investitionen nicht in weitere direkte Erfolge ummünzen.
Saison 34 bis: Nur noch einer unter vielen ?
In Saison 34 startete die Mannschaft wieder einmal ansprechend in die Saison. Doch als amtierender Champions League Sieger gestaltet sich bekanntlich alles ein wenig schwieriger. In der 2. Gruppenphase war Schluss und in der, nun auch als amtlich bestätigten, stärksten Liga Afrikas, tummelte sich El Makarem freudig höchstens im oberen Tabellendrittel. Am Ende der Saison resultierte ein 3. Rang, welchen man mit gewisser Indifferenz hinnahm. Die Gunst der ruhigen Stunde nutzten die Vereinsverantwortlichen und boten dem Don einen 8-Jahres Vertrag an.
Nach gutem Zureden seiner kubanischen Gemahlin liess sich Don Hernàn, eigentlich als Wandervogel bekannt, auf dieses Experiment ein. Wie sich sein neues Dasein als Pantoffelheld auf die sportlichen Leistungen auswirken wird, werden wir in den kommenden Saisons akribisch verfolgen können. Aus dem ehemals belächelten Dorfklub, konnte Don Hernan bis anhin dank viel Herzblut einen Verein von Weltformat herzaubern, welcher der Copagemeinde hoffentlich noch einige Zeit erhalten bleiben mag.
Erfolge
National
- 1x Zweitligameister (Saison 21)
- 1x Coupe de Tunisie (Saison 34)
International
- 1x Sieger der CAF Champions League (Saison 33)
- 1x Sieger des Confederation Cups (Saison 32)
Trainer
- Saison 21- 22: Sid Stock
- Saison 31- heute: Don Hernàn
