Millonarios FC(VdM)
Vielen ist das Weiße Ballett ein Begriff; ganz klar Real Madrid. Doch nur wahre Insider kennen das Blaue Ballett. Man findet es in Südamerika, genauer in Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens.
Wie alles begann
Geben wir es zu: Deportivo Independiente Bogota ist kein wirklich einprägsamer Name. Doch genauso hieß der Klub bis zum 18. Juni 1946. Seit her tritt man als Millonarios an. Sonst nichts. Ist die Bezeichnung Millionäre in Bezug auf Fußballverein sonst eher negativ behaftete, trägt man den Namen in Bogota mit Stolz. Reiche Unternehmer aus Ecuador waren für die Neugründung verantwortlich. Für sie war der Klub die Eintrittskarte in die High Society Kolumbiens.
Das Blaue Ballett tanzt
Ein Spielerstreik in Argentinien brachte im Jahr 1949 Alfredo di Stefano zu den Millonarios. Doch damit nicht genug. Unsummen wurden in ganz Kolumbienausgegeben, selbst aus Europa wurden Spieler, Trainer und sogar Schiedsrichter verpflichtet.
Über allem jedoch standen die Millionarios mit di Stefano, sie brillierten in ihren blauen Trikots: Die Geburtsstunde des blauen Balletts! In jener Zeit demütigte man den Gegner nicht, spätestens nach dem fünften Tor wurde für die Galerie gespielt und „getanzt“.
Man kombinierte sich von Sieg zu Sieg, Meisterschaften folgten, doch eine Europareise sollte alles verändern.
Wie sich alles veränderte
1952 spielte man in Madrid zum 50. Jubiläum der Gründung Real Madrids. 4:2 gewannen die Kolumbianer, Alfredo di Stefano erzielte zwei Tore und beeindruckte Reals Präsidenten Santiago Bernabeu nachhaltig.
Im Februar 1953 machte di Stefano sein letztes Spiel für die Millonarios, wechselte zu den Königlichen, der Rest ist bekannt.
Das Blaue Ballett hatte ausgetanzt. Zwar blickt man inzwischen auf vierzehn nationale Titel und drei Pokalsiege zurück, große Spieler brachte man aber kaum hervor.
Zum 60-jährigen Klubjubiläum 2012 trat man wieder bei Real Madrid an, ging diesmal allerdings mit 0:8 unter.
Wenigstens ist man seit dem letzten Meistertitel 2012 Rekordmeister Kolumbiens. Man hat America de Cali hinter sich gelassen, lange musste man sich den Titel des Rekordmeisters teilen. Heute sind die Tänze des Blauen Balletts in Bogota selten geworden, aber manchmal dann eben doch.
Copa Millonarios
Bei Copa tanzt das blaue Ballett seit Saison 4. Doch wirklich in Schwung kam es nie. Erster Trainer war Arne Jenning, wenn auch nur in der Premierensaison.
Die einzigen beiden Meisterschaften gab in Saison 10 und 11. Und diese wurden kurioserweise ohne Trainer errungen, ansonsten glänzt bei dem Hauptstadtverein nur der Name.
HK 1 (Saison 11 bis 14) und Dragan (Saison 16 bis 18) hielten es am längsten bei den Millionarios aus. Seit Saison 19 bleib nur ein Trainer länger als eine Spielzeit beim Klub. SupiKlein in Saison 32 & 33, verließ aber das Team nach Rang 18. Einen Platz unter den ersten zehn gab es gar seit Saison 29 nicht. Inzwischen ist der Klub schon seit über einer Spielzeit wieder trainerlos (zuletzt versuchte sich Keiko Holz).
Schreckt der Name die Spieler bei Copa ab? Ist Kolumbien generell unbeliebt (acht von achtzehn Vereine haben keinen Coach)? Kennt man die Geschichte vom weißen Ballett nicht?
Fragen die ich nicht beantworten kann, aber vielleicht findet sich ein Trainer der Millonarios auch bei Copa zum tanzen bringt!