9. Copa-Pokerabend
| 9. Copa-Pokerabend | ||
| ||
| Datum: | 29.09.2008 | |
| Sieger: | Florian Markert | |
| ← 8. Copa-Pokerabend | 10. Copa-Pokerabend → | |
Zusammenfassung
Der 9. Copa-Pokerabend steht in seiner Vorbereitung zunächst unter keinem guten Stern. Das 8. Copa-PokerAss Nigga Kane ist gar nicht erst im Lande, sodass es zum dritten Male in der CPA-Historie nicht zu einer Titelverteidigung kommen kann. Trotz zahlreicher Termin-Varianten unter der Woche und an Wochenenden, zu jeweils unterschiedlichsten Uhrzeiten sind die abstimmenden Copa-Pokerfaces sehr unschlüssig und verteilen ihr Interesse breitgestreut ohne dabei eine eindeutige Mehrheit erzielen und die magische Mindestbeteiligung von 6 erreichen zu können. Improvisation ist angesagt, persönliche Einladungen werden vermailt, und siehe da, es tut sich ein Montagabend auf, der bevorzugten Anklang findet.
18:30 Uhr Dieser nicht gute Stern droht nun auch noch zu verblassen. Eigentlich Treffpunkt im Chat und Vorbereitung zur Tischbesetzung, doch niemand ist da. Einzig Forummuffel Tino Castillo, einer der persönlich Eingeladenen, tummelt sich bereits bei PokerStars, versucht noch seine Play Balance eiligst zu erhöhen. Nach kurzem Reminder am Tisch bewegt er sich dann auch in den Copa-ChatRoom. Mittlerweile trifft Vinnie ein. Es sind noch zu wenig. Warten auf Floh nun der nächste Programmpunkt. Kurz vor 19 Uhr, der Starttermin muss verschoben werden. Breaking News: Ein Neuling macht sich bereit, Don Miller, der zweite persönlich Eingeladene, hat bei PokerStars Platz genommen. Ein kurzer Dialog lässt erfahren: Problem mit dem Chat, falsche PokerStars-Software, muss auf Tischbekanntgabe warten. Dann trifft Floh ein, und Moddinho, und mit einer nicht mehr für möglich gehaltenen Zahl von 6 Pokerfaces wird der Tisch Impala III besetzt. Im Hinterkopf dazu noch die Zusagen von Batigol und Flo Eberle im Laufe des Abends hinzuzustoßen, sowie die unter Vorbehalt gewährte Zusage des dritten persönlich Eingeladenen, Malte, gleiches zu tun, lässt vermuten, dass der Tisch noch richtig heiss begehrt sein wird. Der ungute Stern beginnt wieder etwas zu leuchten.
19:30 Uhr Alle Beteiligten fiebern dem Startschuss entgegen. Moddinho, der heisseste Kandidat unter den Favoriten, mit Kurs auf seinen Titelhattrick, Vinnie, das Treppchen-Pokerface, wann er auch teilnimmt, für Ranglistenpunkte reicht es immer, Floh Markert (bei PokerStars unter seinem dem Japanischen entnommenen Pseudonym Gyokuro auftretend, was soviel bedeutet wie "edler Tautropfen" und damit den edelsten unter den Grüntees beschreibend - na, hoffentlich saut er nicht den Pokertisch ein) mit dem klaren Ziel diesmal nicht am Tisch einzuschlafen, Tino Castillo (bei PokerStars als Hermsen bekannt), der wohl primär zu verfolgen gedenkt, Speedy's Sombrero bis zur Nase herunterzuziehen, an seinen Schnurrhaaren zu zerren, den Schwanz zur Schleife zu schlingen und ihm die Chips zu stehlen, sowie Don Miller, der absolute Neuling, der nur mal sehen will, was umrahmt von zahlreichen renommierten Pokergrößen so geht, sind alle dem Ruf des Organisators Speedy gefolgt, also Meinerwenigkeit, um letztenendes das 9. Copa-PokerAss zu küren.
Die Teilnehmer in der Übersicht (Platzierung Copa-Pokerabend-Rangliste):
- Speedy Gonzales (1.)
- Vinnie Jones (2.)
- Moddinho (4.), mit zwei Titeln der Topfavorit
- Tino Castillo (15.)
- Florian Markert (24.)
- Don Miller (Premiere), allesamt gleiche Startbedingung um 19:30 Uhr
- Batigol , 21:30 Uhr
20:00 Uhr
Es geht bereits heiß zur Sache. Ungewöhnlich, denn üblich für den Copa-Pokerabend ist es, sich erst einmal gegenseitig abzutasten und vielleicht mal ein Pokerface vorauszuschicken, um ihn jagen zu können - frei nach dem Motto: man muss das Ziel direkt vor Augen haben. Also bleiben wir beim Ungewöhnlichen. Erste Chipanhäufungen, und die nicht zu knapp, bei zirze (6.500), laos (4.100) und steamer (3.700) - na gut, das sind Copafremde, aber auch bei Hermsen (4.200) und Speedy (7.300) - Chipleadership für den Organisator und ersten Klassenfeind am heutigen Tisch. Ein bunter Abend steht bevor, zwischenzeitlich kurz getrübt durch einen technischen Totalausfall, aber ohne tiefgreifende Folgen - es ist nichts Wesentliches verloren gegangen.
20:32 Uhr
Nun tut sich Magisches am Tisch. Nicht nur, dass mittlerweile alle Copa-Pokerfaces innerhalb der ersten Stunde siegreiche Hände vorweisen konnten und abräumen durften, nein, auch die Qualität dieser Hände lässt nichts offen. Floh sackt mit 6.200 Chips einen satten Pot mit Drilling Asse ein, Floh, Hermsen und ein Copafremder kassieren je 3.800 Chips mit Straight 7 to Jack - erfreulicherweise ein Split-Pot -, dann Hermsen alleine mit Drillling Könige ganze 4.100 Chips. Vinnie lässt nicht lange auf sich warten und erhält mit seinem Drillling Achter ganze 770 Chips - nuja, Kleinvieh macht auch Mist. Die Hände explodieren nahezu, die Konkurrenz ist gewarnt. Jederzeit ist alles möglich. Die anfangs noch imponierenden Copafremden sind allesamt auf dem Boden der Tatsachen zurück oder haben ihre ergaunerten Chips feige vom Tisch gezogen.
- Floh - 8.000
- Tino Castillo - 7.500
- Speedy - 6.700
- Vinnie - 3.300
- Don Miller - 2.900
- Moddinho - 2.300
21:02 Uhr
Zwischenstand nach 1,5 Stunden. Tino Castillo zieht davon, hat sich bei Speedy schwer bereichert. Heimlich mit dem River eine Straight gebildet, übertrumpft er Speedy's Doppel Paar. Den ersten Showdown gewonnen, fehlerlos, der Tino. Speedy hingegen erhöht nun seinen Aufmerksamkeitsgrad und beginnt seine Sinne auf Straight und Flush Draw zu schärfen. Inzwischen macht sich Flo Eberle auf einzusteigen. Doch technische Probleme verhindern das nachhaltig, Log-In-Daten funzen nicht, zudem sei er angeblich schon online, obwohl an keinem Tisch auffindbar, die Fehlermeldungen von PokerStars machen für ihn irgendwie keinen Sinn. Dann gibt er auf, führt seine Raketenstufe wieder runter.
- Tino Castillo - 10.100
- Floh - 7.600
- Don Miller - 3.500
- Vinnie - 3.100
- Moddinho - 2.500
- Speedy - 1.600
21:30 Uhr
Ein Spiegelbild dessen, was am heutigen Abend noch folgen soll - permanenter Führungswechsel, Ausbau des Chipleaders, gnadenloses Jagen, und Heranrücken des Verfolgerfeldes. Erstmals erspielt sich Floh die Führung mit Paar 8, 6.100 Chips, und Doppel Paar 8 und 9, 1.200 Chips (21:16 Uhr), dann holt sich Tino die Führung zurück, indem er bei Moddinhos erster Wilden Sau (mit Pocket 4) einsteigt und den Pot von 4.300 Chips mit Doppel Paar 10 und 5 abräumt (21:19 Uhr). Unmittelbar nach Floh's Versuch der Antwort per Wilder Sau (doch keiner spielt mit, Floh gewinnt den Pot von 65 Chips), erhöht Tino seinen Stack auf 19.400 Chips (21:22 Uhr), indem er erstmals mit einem Full House aufwartet, Don Miller und einen Copafremden ausnimmt und den bislang höchsten Pot von 9.600 Chips einstreicht. Dann formiert sich das Verfolgerfeld. Vinnie läuft zur Höchstform auf, Drilling 8 lässt ihn mit verdienten 6.200 Chips von höheren Dingen träumen (21:23 Uhr), und Moddinho legt nach mit Flush King high und 6.500 Chips (21:25 Uhr). Tino nicht faul, begeht nicht den allseits verbreiteten Fehler sich auf die Chipleadership auszuruhen, er attackiert weiter, räumt mit Flush Ace high 7.800 Chips ab (21:27 Uhr). Moddinho kommt nun so richtig in Fahrt, spielt mit all seiner Routine seinen (offensichtlichen) Bluff zuende und erhöht seinen Stack um 4.200 Chips (21:29 Uhr), und weil das so gut funktioniert hat, schiebt er mit As König in der Hand seinen mittlerweile beeindruckenden Haufen all-in und streicht nochmals 2.000 Chips ein (21:29 Uhr) - keiner ist mutig genug, diesem All-in entgegenzutreten. Wie leicht lassen sich doch die Mitspieler beeindrucken und aus der Runde vertreiben. Speedy gehen diese magischen Hände dermaßen auf den Senkel, dass er auch etwas probiert, und siehe da, 5.400 Chips mit Paar 8 rollen wohl geordnet in Zweierreihe ohne Anfassen auf seine Seite.
Diese skizzierte halbe Stunde findet nun ihren Abschluss in der Halbzeit, eine halbe Stunde, die es in sich hatte, gar der finalen halben Stunde würdig - allerdings ganz ohne Wilde Sau, ohne Rebuy-Könige, ganz ohne Zusätze wie steigende Blinds auskommend. Magische Hände, enormes Erfahrungspotenzial, permanente Angriffslust, ausgeprägte Psychotricks - das sind die Kernelemente einer solchen bemerkenswerten halben Stunde.
Beeindruckt von alldem nimmt sich Vinnie erstmal eine Auszeit, und Don Miller sowieso. Batigol kündigt sich im Chat an. Als hätte er von der knisternden Spannung Wind bekommen, erscheint er eine Viertelstunde früher als vereinbart. Oder ist ihm vielleicht das Duschwasser ausgegangen? Wie gut, dass Grüntee im Allgemeinen eine Menge Geruch absorbiert .... Wohl bekommt's Gyokuro.
Copafremde sind weiter an diesem Tisch vertreten, haben aber nicht wirklich etwas zu melden. Sie kommen, sie geben, sie gehen, nur wenige kommen, nehmen und gehen schnell wieder, damit sie nicht zuviel wiedergeben und dann gehen müssen. Eine bemerkenswert hohe Fluktuation gepaart mit einer niedrigen Verweildauer ist heute zu verzeichnen.
- Tino Castillo - 23.200
- Floh - 11.500
- Moddinho - 10.200
- Vinnie - 6.800
- Speedy - 5.400
- Don Miller - Sitting Out
21:31 Uhr
Showdown die Zweite - Action! Die Beteiligten: Chipleader Tino Castillo und Moddinho. Beflügelt von seiner Serie stellt der Showdown-Spezialist Tino den anderen Showdown-Spezialisten und Top-Favoriten Moddinho kurz nach der Halbzeit und sinnt nach vorzeitiger Entscheidung. Seine Ungeduld übersieht die taktische Raffinesse Moddinhos, i.d.R. mit vielversprechenden Händen und damit gemäßigtem bis niedrigem Risiko in Showdowns zu ziehen. In diesem Falle mit König As, das mit dem River zur Straight führt, reduziert er Tinos Stack auf die Hälfte und erringt seinerseits mit dem bisherigen Rekord-Pot von 22.245 Chips die Chipleadership. Geblendet von solch hohen Zahlen perlen Floh mittlerweile edle Schweisstropfen nur so die Stirne herab. Vor und hinter ihm wechseln die Plätze, ganz ohne sein Zutun.
- Moddinho - 22.300
- Floh - 10.700
- Toni Castillo - 8.400
- Vinnie - 6.800
- Speedy - 5.300
- Don Miller - Sitting Out
21:59 Uhr
Batigol fährt sich schnell in die Runde ein. Nach "Wer ist Hermsen" und "Ist Miller einer von uns?" lässt er alle Hemmungen vergessen und zieht einen 5.300 Chips schweren Pot mit Pocket Queen und zwei weiteren Queens in Turn und River gnadenlos an sich. Der erste Vierling des heutigen Abends (21:37 Uhr). Floh lässt seine Muskeln spielen, gewinnt mit 3.700 Chips einen Pot, in den Tino Castillo gut eingezahlt hat, dann aber per Fold verschenkt. Er ahnt wohl ein Flush oder sonstwas bei Floh - jedenfalls abschreckend-gutes Raise von Floh kann man da nur sagen (21:43 Uhr) - und Tino merkt sich das für die nächste Revanche.... Floh bekommt den Hals nicht voll, verwickelt Batigol in seine Muskelspielchen. Dieser aber zieht nicht zurück, geblendet von seinem Bubenpärchen auf der Hand unterliegt Batigol Floh's Pair Queens aus dem Flop, Floh kassiert 3.400 Chips (21:51 Uhr). Dies ist auch die Zeit, die PokerStars ansetzt, um den immer noch out-sittenden Don Miller vom Tisch zu nehmen und den Platz für aktive Pokerfaces freizumachen.
Dann aber geht's los. Der Pokerabend erreicht einen weiteren Höhepunkt: Showdown die Dritte - Action! Die Beteiligten: Vize-Floh und der entthronte Chipleader Tino, der seine kürzlich verlorenen Chips zurückhaben möchte. Tino zwingt Floh per All-in zum äußersten. Mit zwei Queens und drei Kreuzkarten in der Mitte ist alles möglich. Tino streckt eine Queen entgegen, Drilling. Hat Floh das Flush? Nein, nicht mehr als eine weitere Queen, ebenfalls Drilling, der Partner allerdings ist stark, stärker als Tino's 2, es ist der King. Mit Kicker zu einem Pot von 11.900 Chips treibt Floh seinen Kontrahenten zum Rebuy, verfehlt Moddinhos Chipleadership nur knapp.
- Moddinho - 23.300
- Floh - 21.700
- Vinnie - 6.900
- Batigol - 5.100
- Speedy - 3.900
- Tino Castillo - 0
- Don Miller - DNF
22:09 Uhr Wieder ein Höhepunkt, diesmal allerdings einer der unrühmlichen Art. Da entwickelt sich der Tisch zu einem 90%ig deutschen Tisch, so lassen Namen und Herkunft der Copafremden jedenfalls vermuten, doch diesem einen Anti-Deutschen scheint es nicht zu gefallen, dass zunehmend mehr deutsche Fragmente den Chat zieren, und zeigt diese Verfehlung beim Administrator an. Bislang zuverlässig jeden erdenklichen Ausruf ins Englische übersetzt steigt der Übermut der Copa-Pokerfaces, und wird prompt bestraft: Mitten in der laufenden Hand, Speedy sieht die Chance mit Doppel Paar As und 8 den Pot abzuräumen und geht All-in, mischt sich Moderator 21 ein:
"Hello poker players. Please be reminded to keep the chat in English, so everyone can understand what is being said. This helps to ensure the game is fair for all." Gebannt lesen alle Beteiligten diesen Zweizeiler, Batigol wird inzwischen aufgefordert innerhalb 15 Sekunden auf Speedy's All-in zu reagieren, und als sei das noch nicht genug poppt noch ein Fenster auf mit sinngemäßem Inhalt: "Chat Violation Warning, please open the email that has been sent at this moment and read carefully."
Das Fenster muss erst geschlossen werden, bevor wieder eine Teilnahme an der laufenden Hand erfolgen kann .... Batigol scheinbar dem Stress in dieser Situation nicht gewachsen, verfehlt die 15 Sekunden Time Bank, sein Zögern wird als Fold interpretiert, und weiter geht's. Eine Copafremde, bienenbomber, mit Herkunft Brei, geht mit - war sie die Admin-Colaborateuse? Egal, Speedy gewinnt den Pot, sage und schreibe 7.200 Chips purzeln hinüber auf seine Seite, Hand in Hand, etwas weniger geordnet als zuvor, die Aufregung am Tisch macht's möglich. Während sich alle Pokerfaces noch über die Kleinkariertheit von Übersee aufregen, hat Batigol einen ganz anderen Grund auf den Admin sauer zu sein: Seine Hand voll von Ass und 8 (!) wurde in der Endabrechnung nicht berücksichtigt - eben, das Zielfoto, dass Meinewenigkeit wegen dieser Violation des Bezeugens wegen geschossen hat, sagt aus, dass du, werter Batigol, es leider nicht geschafft hast, innerhalb der 15 Sekunden den überraschend-unterbrechenden Zweizeiler des Moderators zu registrieren, Speedy's All-in zu bewerten, eine geeignete Maßnahme vorzubereiten und zu treffen, die Time Bank wahrzunehmen, dann das aufspringende Fenster zu belesen, zu übersetzen, zu schließen, und endlich auf Call oder Fold zu klicken. übelst gelaufen, sage ich da nur. Hatte zumindest rein technisch gesehen alles seine Richtigkeit. Der Einspruch ob der überzogenen Weise der Unterbrechung ist dennoch mehr als gerechtfertigt, denn von einem Fold deinerseits war nichts zu erkennen, möglicherweise hat der Admin dein Call nicht fehlregistriert, sondern wegen Überlastung keine Info zur gefoldeten Hand wegen Zeitüberschreitung gegeben, oder die Software hat för eine solche zwei parallel ablaufenden Vorgänge keine Lösung vorgesehen. Da ist etwas mehr als faul gewesen. Aber wir lernen daraus, gelle?
In der ganzen Aufregung ist fast untergegangen, dass Tino Castillo den durch Floh erzwungenen Rebuy gar nicht mehr durchgeführt hat, wie eingangs mal angekündigt verlässt er den Pokertisch frühzeitig, die wochentägliche Maloche fordert sein Opfer.
22:20 Uhr Es ist wie verhext, mit fortlaufender Spannung am Pokertisch verlassen die CopaMatadores und -Pokerfaces fluchtartig den Tisch. Montag scheint wohl ein guter, nicht aber der beste Tag zu sein, um den Abend mit Pokern zu verbringen. Und so schließt sich Vinnie seinen Vorgängern Miller und Tino an - eine folgenschwere Entscheidung, wie der weitere Verlauf noch zeigen wird.
Jedenfalls ist wieder die Aufregung zurück am Tisch - und sie hat einen Namen: bienenbomber. Allgemein wird sie zum Gesprächsthema am Tisch, ihr Name füllt des öfteren, doch reagieren tut sie nicht. Aber pokern kann sie. Als erster bekommt es jedenfalls Moddinho zu spüren. Der Pot steigt und steigt, Moddinho löhnt und löhnt. Bienenbomber wirft rein, was sie hat .... Moddinho braucht nur zu callen .... Misstrauen macht sich breit, er nimmt sich Zeit .... Ein Call zur falschen Zeit, und dann noch im Clinch mit einer Copafremden, könnte ihn weit zurückwerfen, er könnte gar die Chipleadership an Floh verlieren. Ein mutiges Call könnte hingegen auch zu einer Vorentscheidung beitragen, Moddinho entschließt sich zu letzterem und will sehen, was Bienchen hat: Zweimal getroffen mit As und 6. Damit hat Moddinho wohl nicht gerechnet und muss den Pot von 13.200 Chips abtreten. Da Floh zu dieser Rekordsumme bis dato auch eine Kleinigkeit beigetragen hat, gibt es keinen Führungswechsel. Doch das Duo ist sich deutlich näher gekommen. Beiläufig erwähnt: Bienenbomber läge nur einen Hauch hinter Moddinho, wenn sie denn Anspruch auf Wertung gehabt hätte.
Innerhalb der folgenden 5 Minuten stellt Moddinho klar, wer hier der Platzhirsch ist und nimmt mit einem gekonnten Bluff und einem Doppel Paar 8 und 2 gegenüber Doppel Paar 3 und 2 bienenbomber 6.500 Chips ab und nähert sich wieder seiner bisherigen Tageshöchstsumme. Aus Flohs edlen Schweissperlen sind schon markante Sturzbäche geworden, soviel Action am Stück, doch diese Action hält die Chipleadership auf Distanz. Er verharrt auf dem ersten Verfolgerplatz.
- Moddinho - 18.500
- Floh - 15.900
- Batigol - 7.500
- Speedy - 4.000
- Vinnie - um die 4.000 - DNF
- Tino Castillo - DNF
- Don Miller - DNF
22:35 Uhr
Klammheimlich machen sich auch Batigol (8.700) und Speedy (6.400) auf, für Spannung zu sorgen. Noch eine Stunde zu spielen. Batigol und Speedy raufen sich um den letzten Platz auf dem Treppchen. Setzt sich der eine einen Hauch vor den anderen, kontert der andere und setzt sich gleichsam um Peanuts vor den einen. Die beiden Führenden halten sich aus diesen Scharmützeln heraus, lediglich bienenbomber und Vinnie-Ersatz Jackboi, mal ein Copafremder, der wenigstens auch sprechen kann, mischen sich hin und wieder ein.
- Moddinho - 21.000
- Floh - 15.800
- Speedy - 9.800
- Batigol - 9.300
22:39 Uhr
Floh wird unruhig, und bevor nun sein Grüntee im Sturzbach seines Angesichtes droht zu verwässern, tritt er die Flucht nach vorne an. Mit Flush King high schröpft er Batigol und nähert sich Moddinho abermals an, 2.400 Chips gewonnen, etwa 4.000 Chips Rückstand auf den Führenden (22:36 Uhr). Eine Minute später entwickelt sich ....
Showdown die Vierte - Action! Die Beteiligten: schon wieder Moddinho, diesmal begleitet von bienenbomber - rotzfrech aber gut. Beide schaukeln sich letztendlich zu einem All-in hoch, lassen den Pot auf 15.500 steigen. Beide durch Top Pair Jack in Verzückung geraten drohen mit immer höheren Einsätzen, keiner gibt nach. Der Turn folgt. Hat keine Bedeutung. Der River: eine 8. Damit erhält Bienchen das Doppelpaar Bube und 8, doch Moddinho bleibt seiner Linie treu, keinen entscheidenden Showdown mehr zu verlieren, und gewinnt. Diese 8 fehlte ihm noch zur Straße. Der Pot lässt seinen Vorsprung auf Floh um +11.000 Chips steigen. Bienenbomber damit auf 0 und schon ist sie weg. 22:39 Uhr. Floh hat nun lange genug zugeschaut. Mit Doppel Paar Queen and 4 zieht er dem des Sprechens mächtigen Copafremden Jackboi die ersparten Chips aus der Tasche und verkürzt mit dem Pot von 6.600 Chips seinen Rückstand auf Moddinho. Es folgen Minuten der Scharmützel zwischen Batigol und Speedy um den dritten Platz - Speedy geht um eine Nasenlänge voraus.
- Moddinho - 28.800
- Floh - 21.000
- Speedy - 9.000
- Batigol - 8.000
22:47 Uhr
Showdown die Fünfte - Action! Die Beteiligten: Chipleader Moddinho - wer sonst - und Chipvize Floh. Der spielentscheidende Moment, so die Erfahrung, wenn sich die beiden Führenden, besser, die beiden überlegen Führenden sich fast eine Stunde vor der finalen Hand gegenüberstehen und ihre Chips zur Fusion anbieten. Der Grund: Moddinho wird mit Pocket Buben versehen. Schon pre-Flop dominieren Raise und Re-Raise den Tisch, bis runde 2.000 Chips von Floh verlangt werden, die Moddinho schließlich callt. Der Dealer tut sein übriges, um die Spannung auf den Gipfel zu treiben. Und wieder geben sich Call und Raise die Hände, Floh scheint zum Treiber zu avancieren, und Moddinho reagiert auf Floh's All-in mit einem reiflich überlegten Call. Vergewissert sich zuvor noch: "You and me, gyo?", als ob er nachfühlen wollte, ob Floh wisse, was er da tue. Floh rührt voller Rührung Zucker in seinen Grüntee, stammelt noch sowas hin wie "Ready to rumble?", ist aber längst schon mit Zählen der Chips beschäftigt, mit Zählen von Moddinhos Chips .... Denn Moddinho steht mit seinen Pocket Jacks Floh's Pocket Aces gegenüber. Was aber tat der Dealer nun genau? Der Flop lässt jedenfalls schon Ungemach für einen der beiden vermuten: 7 Bube 3 - so der missratene Beginn aus Sicht des Herausforderers Floh. Da mit König und 7 nichts weiter Verwertbares für ihn herausspringt, unterliegt Floh mit seinem Doppelpärchen As 7 Moddinhos Full House, Jacks full of Sevens (und die Sevens sind immer dabei) und sieht den absoluten Rekordpot des Abends in Höhe von 44.378 Chips nicht weit wandern, gerade mal eine Position neben den Dealer. Es ist 22:47 Uhr, Floh ist erledigt und Moddinho liegt bei 51.300 Chips, hat satte 42.000 Chips Vorsprung vor Batigol, dem neuen Vize.
Die Preisfrage des Abends: Angesichts dieser gewaltigen Führung: Gibt es eine bessere, eine sicherere Taktik als den Vorsprung nun bis zur Letzten Hand zu verwalten?
Antwort: .... Na, werte Leser? Wie ist eure Antwort? Welche Richtung würdet ihr an Moddinhos Stelle nun einschlagen?
Weiter geht's erstmal.
- Moddinho - 51.300
- Batigol - 8.900
- Speedy 8.100
- Floh - 0
23:04 Uhr
Der Kampf um den Vizetitel ist eröffnet. Batigol und Speedy haben im Zweikampf schon Erfahrung gesammelt, gerieten sie doch schon in Scharmützeln um Platz 3 aneinander. 4.200 Chips sammeln sich im Pot, außer Batigol und Speedy keiner mehr dabei. Speedy verteidigt sein Top Pair Queen, Batigol vermutet wohl einen Bluff, vermag mit seinem zweithöchsten Treffer nichts auszurichten. Speedy nun mit 11.100 Chips auf Platz 2 (22:50 Uhr). Genau, zuletzt häufiger der Platz, der bei Copa-Pokerabenden für Speedy warmgehalten wird. Seiner professionellen Leidenschaft zufolge ist wohl demnüchst ein Return von Batigol zu erwarten, der auch prompt einsetzt: Batigol schlägt zurück mit Full House, Queens full of Sevens (scheint ein präferiertes Blatt zu sein, Bild full of Sevens) und steigert mit 4.500 Chips den Gewinn auf 10.200 Chips, weiterhin Platz 3 aber nur knapp hinter Speedy (22:51 Uhr). Konter von Speedy - Muskeln spielen lassen, All-in, alle steigen aus, +2.000 Chips (22:55 Uhr). Nächster Konter von Batigol, er zwingt den verzweifelten Floh All-in, gewinnt mit High Card Ace 4.570 Chips und übernimmt mit 400 Chips Vorsprung Speedy's zweiten Platz (22:57 Uhr).
Dann Showdown die Sechste - Action! Die Beteiligten, nein, nicht Moddinho, er kontrolliert jetzt die Runden, indem er sich aus den großen Pötten heraushält, sondern Batigol und Speedy. Das Verfolgerfeld mobilisiert alles, was zur Zeit Zählenswertes am Tisch ist - also Batigols und Speedy's Chips. Im Flop 7 3 und As, im Turn der König. Batigol spricht Speedy Top Pair ab und setzt was er hat, alle 12.600 Chips. Speedy zögert, aber nicht lang, denn mit Top Pair lockt zudem noch ein Flush, dessen vorstehendes As er selbst in den Händen hält. Also Call. Es folgt eine bedeutungslose 8 im River, der River, noch ist er Speedy's Amigo, aber wie wir wissen ist der Poker River der einzige River weltweit, mal abgesehen von der Donau, der mitten im Lauf jederzeit die Strömungsrichtung wechseln kann. Und 26.937 Chips rollen in Zweierreihe mit Anfassen und dem Partykracher "Da simma dabei, dat is pri-ima, Viva Colonia!" auf den Lippen flussaufwärts Richtung Speedy. Was soll da noch passieren? Moddinho mit etwa doppelt sovielen Chips wie Speedy, dahinter mit gerade mal einem Dreizehntel auf Platz 3 der Floh, mittlerweile knapp über Rebuy stehend. Zählt man alle Chips der Copafremden zusammen, dann wären noch 11.000 Chips auf dem Markt, um einen der beiden Führenden zu attackieren - in welche Richtung auch immer. Da ist wohl nichts mehr zu erwarten - auch keine Wilden Säue, die an normalen Copa-Pokerabenden zu dieser Zeit schon längst über den Tisch gejagt worden wären.
- Moddinho - 53.100
- Speedy - 26.900
- Floh - 2.100
- Batigol - 637
23:06 Uhr
Mit Zwei Paaren Jacks and Sevens (und die Sevens sind immer dabei) baut Moddinho seine Führung aus, 5.200 Chips der Pot, interessiert keine Sau. Hehe. Dann aber Floh und Speedy. Zögerlich steigt der Pot an, mit Queen und zweimal Seven sieht Flo die einmalige Chance seines Comebacks und forciert die Runde. Einzig Speedy, versehen mit Pocket 10, wird gierig, leistet sich gedankenlos einen Call, auch wenn der Bube im Turn nichts Gutes ahnen lässt. Genau der Bube, der fehlte Floh noch zu seinem Full House, Sevens full of Jacks. Und das schon im Turn. Er stellt die Mausefalle auf, geht all-in. Speedy leistet sich abermals einen Call, vermutet weder Queen noch Buben in Flohs Händen, sondern einen Bluff - angesichts des Pots nicht unwahrscheinlich, da zuletzt ja sonst nichts mehr bei Floh lief. Dann der River. Mit einer 7 erzielt auch Speedy ein Full House, allerdings Sevens full of Tens. Für Floh nunmehr kalter Grüntee, denn er kann mittlerweile einen Vierling vorweisen, und die Sevens sind immer dabei. Aus dem dreizehnfachen Vorsprung für Speedy ist nunmehr ein doppelter geworden.
- Moddinho - 56.300
- Speedy - 19.400
- Floh - 9.300
- Batigol - 0
23:10 Uhr
Ein Copafremder namens Ficht versammelt mittlerweile 9.000 Chips um sich, außer weiteren Copafremden schröpft er nur Batigol, der raushaut, was er hat. Für Batigol haben die Runden der Wilden Sau längst begonnen. Die drei Führenden halten sich raus. Dann wieder der Floh. Außer ihm und Batigol geht keiner mit, die Runde endet mit einem All-in. Batigol mit Pocket 3 und Floh mit Pocket 8. Keiner trifft, Floh gewinnt. Weitere 4.200 Chips für den derzeitigen überflieger.
- Moddinho - 52.000
- Speedy - 18.672
- Floh - 13.200
- Batigol - 0
23:18 Uhr
Erneut zieht Batigol den Kürzeren gegen Floh. Mit so gut wie Nichts, oder im Poker Fachjargon High Card Ace gewinnt Floh den Side Pot gegen den Copafremden Ficht, 5.600 Chips der Gewinn. Batigol hat die beste Hand, Two Pair, Tens and Fives, räumt den Main Pot ab, 105 Chips liegen darin. Gewonnen aber dennoch verloren!
- Moddinho - 52.000
- Speedy - 18.900
- Floh - 15.800
- Batigol - 105
23:19 Uhr
Floh lässt nicht locker. Zahlt in den Pot ein mit abermals nix auf der Hand. Zwei Copafremde folgen, 10.915 Chips sind im Pot zu vergeben. Dann der River: King. Mit Paar König gewinnt Floh diese Runde, halbiert die Stacks der beiden Kontrahenten und rast an Speedy vorbei auf Platz 2. Batigol scheint die Opferrolle zu liegen, wird erneut zum Rebuy gezwungen.
- Moddinho - 52.000
- Floh - 22.400
- Speedy - 18.900
- Batigol - 0
23:21 Uhr
Im Minutentakt steigern sich die Pötte. Die Chips tanzen nur so auf dem Tisch. Der polnische Schreittanz, also Polonäse Richtung Floh ist der letzte Schrei. Wieder findet Floh Zahlstellen für seine große Sause, diesmal in Moddinho und Speedy inkl. des Copafremden Jackboi. Und er gewinnt erneut mit Two Pairs Aces and Fours. Nun verdoppelt er den Vorsprung zu Platz 3, aber alle am Tisch versammelten Chips reichen immer noch nicht, um Moddinho vom Thron zu stoßen.
- Moddinho - 50.000
- Floh - 32.800
- Speedy - 14.600
- Batigol - 0
23:22 Uhr
Moddinho hat gelernt, nochmal lässt er sich nicht darauf ein, teuer für die nächste Karte zu bezahlen. Steigt aus der nächsten Hand aus. Speedy jedoch bleibt am Ball, naturalmente auch Batigol und der Copafremde von eben, beide All-in, Pot steigt auf 7.800 Chips und Speedy erhält den Zuschlag mit Two Pairs Queen and Fives schon nach dem Turn. Endlich, die Siegesserie von Floh erstmal gestoppt, aber auch unterbrochen?
- Moddinho - 50.000
- Floh - 32.800
- Speedy - 20.400
- Batigol - 0
23:24 Uhr
Nächste Runde. K 10 und 9 im Flop. Moddinho trifft mit Top Pair, heizt den Pot weiter an. Q im Turn, Floh und Copafremdling Jackboi bleiben am Ball. Floh erhöht den Pot, Moddinho wird misstrauisch, denn mit dem Turn ist nicht nur die Queen, sondern auch ein Flush Draw hinzugekommen. Da er kein Kreuz vorweisen kann lässt er nur einen Call verlauten. Der Pot: 17.925 Chips. Mit Pik hat der River für Moddinho und Floh keine Bedeutung, Floh bekommt keinen Flush, hat auch nicht Top Pair inne, Moddinho gewinnt den Side Pot - allerdings mit 13.520 Chips den weitaus attraktiveren. Der Mainpot geht and den Copafremdling Jackboi. Moddinho verdoppelt seinen Vorsprung auf Floh.
- Moddinho - 57.000
- Floh - 26.300
- Speedy - 20.200
- Batigol - 2.000
23:25 Uhr
Nur eine Minute später erhölt Floh eine neue Chance. Mit Pocket 8 lässt ein Raise auf 2.000 pre-Flop nicht lange auf sich warten. Jackboi geht mit. Der Flop eröffnet Floh den Drilling 8er. Jackboi und auch Batigol geben alles, der Pot steigt auf 10.800 Chips an. Der Turn beschert Floh den Vierling 8er ....
- Moddinho - 57.000
- Floh - 32.700
- Speedy - 20.200
- Batigol - 0
23:28 Uhr
Zwei schnelle Runden der Verschnaufpause, in denen Speedy und ein anderer Copafremdling mit Peanuts abgespeist werden. Dann aber werden wieder magische Karten verteilt. Alle gehen mit. Moddinho zahlt 5.000 Chips, Speedy 4.000 Chips, Fremdling Ficht, noch ein Fremdling und Batigol gehen All-in, und Floh hält mit. Mit K und 4 auf der Hand trifft Floh nicht den Flop, wohl aber den Turn, eine 4. Und auch den River, noch eine 4. Drilling 4er. Und der Pot von 22.335 Chips lässt seinen Stack auf 48.900 Chips steigen. Zwei Minuten vor der letzten Hand ist es doch tatsächlich noch einmal spannend geworden. Megaaffengeil die Aufholjagd. Und die Krönung: Nuancen können nun über die Vergabe des 9. Copa-Pokerasses entscheiden. Moddinho, der Fachmann für Ansammlung von Chips mit kleinen Pötten in Folge, indem er mit All-in alle Beteiligten aus der Runde zu schocken vermag. Oder Floh, der mit dicken Raises und coolen Calls die Pötte ins unermessliche steigen lässt und mit treffender Hand zuschlägt. Welche Taktik gibt den Ausschlag? Erster Ausschlag bei Floh, die Sturzbäche haben Spuren in seinem Antlitz hinterlassen.
- Moddinho - 52.200
- Floh - 48.900
- Speedy - 16.200
- Batigol - 0
23:30 Uhr - Vorletzte Hand
Batigol is back! Der unumstrittene Rebuy-König trifft endlich, Pocket 6er verhelfen ihm im River zu einem Doppel Paar 6 und 4, und nicht nur der Kampf um Platz 1, auch um Platz 3 wird mit der letzten Hand hiermit eröffnet.
- Moddinho - 50.700
- Floh - 46.600
- Speedy - 14.200
- Batigol - 8.000
Letzte Hand
Erstmals seit Stunden bangt Moddinho wieder um seinen (nicht lupenreinen) Titel-Hattrick, erstmals seit einer halben Stunde sieht Floh wieder Land, und auch Speedy schaut noch nach oben, könnte Nutznießer aus Floh's Angriffstaktik werden.
Floh jedenfalls lässt den Pot noch pre-Flop steigen. Mit Rückenwind will er sich aus dem Windschatten an Moddinho vorbeischieben. Moddinho riecht den Braten, geht mit, alle anderen am Tisch ebenfalls. Mit etwa 4.000 Chips wird der Anteil der Copafremden am Gesamtpot vergleichsweise gering ausfallen, so dass ein echter Showdown unter den Copa-Pokerfaces zu erwarten ist. Also ....
Showdown die Siebte - Action!
Moddinho: Hat wohl Käse bekommen. Geht zuerst 2.000 Chips mit, lässt dann aber bei Re-Raise fallen. Das stinkt nach Chipleadership-Verwaltung. Ist schon manch anderem nicht bekommen. Egal wierum, jede Entscheidung seinerseits ist jetzt mit enormem Risiko verbunden.
Batigol: Er rüstet auf für die Letzte Hand: Anna Kournikova nennt er sein Eigen. Claro, als Tennislehrer hat man da so seine Beziehungen.
Speedy: Erhält 6 4 auf die Hand, nix besonderes, aber wenigstens in Karo. Sparen auf Flush kann nur der einzige Weg voran sein. Keine Frage den Flop zu bezahlen, Batigol ist ja noch weit weit weg.
Und Floh: Wir werden sehen ....
Der Flop: Q A 4, davon eine Kreuzkarte, kein Karo.
Für Speedy war's das eigentlich schon. Low Pair, kein Flush möglich. Die Strategie kann nur noch lauten: Aktien halten. Batigol hingegen trifft das As. Top-Pair. Der Pot fällt sich nur langsam, die Beteiligten sollen bloß nicht abgeschreckt werden und weiter einzahlen. DAS kann sich Speedy noch leisten und geht mit - wie alle anderen. Dass Floh der Taktgeber ist und in dieser Letzten Hand die Raises bestimmt, lässt vermuten, dass er wenigstens die Queen getroffen hat oder in seiner Verzweiflung noch gewisse Erwartungen an Turn und River hegt.
Der Turn: 6 - Kreuz
Batigol scharrt nervös mit den Füßen, Anna Kournikova's First Service ist zu lang. Second Service tönt es von Dealerseite. Speedy hingegen frohlockt, Doppel-Paar mit 4 und 6. Floh geht all-in, für Speedy nun keine Frage mitzugehen - denn das hat keiner, so seine sichere Annahme. Den zweiten Platz voll im Visier. Und Floh? Was hat er denn nun? Sein All-in könnte darauf schließen lassen, dass er vielleicht nur Queen oder Ace als Top Pair getroffen haben könnte, oder spekuliert er noch auf ein Flush? Hätte also JETZT noch GARNICHTS? Aber hätte und könnte ist nicht haben, die Zuversicht an allen Ecken des Tisches steigt - nur bei Moddinho nicht, denn er hat den Pot fest im Auge und eins und eins zusammengezählt: Gewinnt Floh, reicht das nicht für seinen Titelhattrick, gewinnt Speedy, dann könnte es knapp werden, gewinnt Batigol, dann ist der Hattrick in trockenen Tüchern. Seine Sympathien sind also verteilt.
Der River: Q - Herz
Ein Aufschrei - nur von wem? Batigol hadert mit der blonden Schnepfe, die sich einen Doppelfehler geleistet hat: Wäre sie doch besser am Herd geblieben und hätte ihm zum mitternächtlichen Snack noch eine "königliche" Nachspeise gebraten. Speedy mit glänzenden Augen - kein Flush bei Floh möglich, so der erste Eindruck, und in der Tat zeigt Floh zwei Kreuzkarten vor. Aber was ist das da für ein Q linksseits, verdeckt von der unnützen 2? Mit dem River erhölt Floh doch tatsächlich den Q Drilling und schlägt Speedys Doppelpaar 4 6 und gewinnt den Mainpot wie auch die beiden Side Pots von sage und schreibe 39.736 Chips und schraubt sein Konto auf 72.130 Chips hoch - der Höhepunkt seiner halbstündigen Aufholjagd. Sagenhaft! Und Moddinho hat es irgendwie geahnt, hätte er mitziehen sollen? War der Käse vielleicht doch nicht so stinkig? Vielleicht lässt er es ja noch auf, welche Hand ihn daran gehindert hat ....
23:31 - Das Klassement
- Floh Markert - 72.130
- Moddinho - 49.420
- Batigol, Speedy - 0
- Vinnie Jones - DNF
- Tino Castillo - DNF
- Don Miller - DNF
- Flo Eberle - DNS
Congratulaciones an das 9. Copa-PokerAss, Floh Markert. In seiner zweiten Teilnahme überhaupt lässt er Nigga Kane nicht nur in ähnlich spektakulärer Weise ab, sondern in einer unbeschreiblichen Weise, die Meinewenigkeit in Worte nicht weiter zu fassen vermag. Man hätte ganz einfach dabei sein müssen.
Das hohe Niveau des ganzen Abends hat dazu beigetragen, dass niemand wirklich enttäuscht sein muss, jeder hat einmal die Nase vorn gehabt, wurde gestürzt, allerdings niemand wurde dermaßen gestürzt wie Floh, und hat sich wieder zurückgemeldet, allerdings niemand so eindrucksvoll wie Floh. Darum: Der Sieg ist verdient, gesaved, und wird sich am nächsten Copa-Pokerabend in dieser Form sicher nicht wiederholen. Hehe.
Einziger Wermutstropfen: Von den insgesamt 7 Pokerfaces, die an diesem Abend teilgenommen haben, sind nur 4 über die Ziellinie gelaufen. Dabei wäre ein Treppchenplatz diesmal einfach zu erreichen gewesen, dafür haben erstmals 0 Chips (!) ausgereicht. Und genügend Sitzfleisch.
Ein Wort noch zu Flo Eberle, der an diesem Abend tapfer sein Softwareproblem versucht hat zu lösen. Leider vergeblich, aber bis zum nächsten Mal verbleibt dir genügend Zeit, die Umstände zu optimieren, so dass du dich konzentriert an dein Ziel machen kannst Meinewenigkeit in der Letzten Hand zu überbieten - wäre in der Aufregung an diesem Abend sicher nicht erreichbar gewesen, so wie bei Floh. Denn es kann nur einen Flo(h) geben, gelle, Flo? Flo, der nicht reinkam, weil er schon drinne war ....
Der ausnahmslos spannende Abend mit der wohl wildesten aber qualitativ hochwertigsten Sau der CPA-Geschichte hat für Begeisterungsstürme gesorgt. Muchas Gracias an alle Beteiligten. Mögen dieselben Pokerfaces und noch viele viele mehr demnächst mal wieder den Copa-Pokerabend zu einem Qualimodus führen.
Aftershowparty: Hat heute nicht stattgefunden, da mit dem Dienstag Malochen angesagt ist. Einzig Moddinho frustet sich am Tisch noch etwas ab. Und bevor ich nach Bekanntgabe des neuen Copa-PokerAsses im Forum am Pokertisch die Sachen packe, zocke ich noch eine Hand mit, um mir meine Play Balance wieder in Tages-Balance zu bringen. Nach gefählten 10 Händen hat das dann letztendlich auch funktioniert.
Zum Abschluss: So, das war sie nun, die siebte Zusammenfassung eines Copa-Pokerabends. Sinn und Zweck dieser Reihe soll es gewesen sein, die Anwesenden dazu anzuregen, den jeweils abgelaufenen Abend in all seinen offensichtlichen wie auch ausschließlich im Zielfoto erkennbaren Facetten noch einmal beleuchten zu dürfen, viel mehr aber, den Nichtanwesenden aufzugeigen, wie abwechslungsreich, lehrreich, amüsant und dramatisch sie doch ihren Abend hätten gestalten können, wenn sie sich ein wenig Zeit genommen und mit Copa-Pokerfreunden 4 Stunden an einem Tisch gesessen hätten.
Mit dem heutigen 9. Copa-Pokerabend, der an Dramatik kaum zu überbieten sein wird, findet diese Reihe nun ihren Abschluss. In Zukunft muss sich der Copa-Pokerabend werbetechnisch selber tragen müssen. Dass es dieser Wettbewerb in sich hat, egal an welchem Tag, oder in welcher Nacht, egal mit welchen Pokerfaces, das müsste in den bisherigen Zusammenfassungen jeder erfahren haben können. Den zahlreichen Mitspielern, die über diese Zeit ihr Poker-Know-how eingebracht und entwickelt haben, ist es zu verdanken, dass der Copa-Pokerabend zu dem geworden ist, was die Pokerfaces am Ende bislang jeder Letzten Hand "hörbar" zu schätzen gelernt haben, wenn sie sagen: "Beim nächsten Mal bin ich sicher wieder dabei." Und damit wären wir schon beim finalen Abschnitt.
